Gesunde Ernährung für Welpen und Junghunde.

Einen Welpen großzuziehen bedeutet für Hundehalter vor allem, Verantwortung für seine Entwicklung zu übernehmen. Dazu gehört auch das gesunde Wachstum zu fördern. Das Wachstum eines Hundes wird durch die Bildung und Reifung verschiedener Gewebearten ermöglicht. Diese verschiedenen Gewebearten bilden sich nicht alle gleichzeitig und auch nicht alle gleich schnell aus.  Und hierin begründen sich die unterschiedlichen Nährstoffbedürfnisse eines Hundes im Wachstum zu verschiedenen Zeitpunkten. 

Die körperliche Entwicklung lässt sich mit dem Bau eines Hauses vergleichen: zuerst wird der Bauplan ausgearbeitet (das Nervensystem) und der Rohbau aufgestellt (das Skelett). Anschließend muss der Rohbau abgesichert und verputzt werden (Muskeln und Fett), bevor mit den weiteren Arbeiten begonnen werden kann. Dieses Beispiel ist natürlich sehr vereinfacht, macht aber deutlich, dass viele Arbeitsschritte nacheinander, teilweise auch parallel nötig sind, um ein funktionstüchtiges Bauwerk zu haben.  Von der „Grundsteinlegung“ bis zur „Bezugsfertigkeit“ ist das Baumaterial je nach Konstruktion des Haustyps grundlegend, damit später keine Baumängel entstehen.

Nährstoffversorgung: individuell, artgerecht und gesund.

Einer der Hauptvorteile von selbst zubereitetem gegenüber Fertigfutter ist, dass man den Welpen und Junghund in den sensiblen Phasen ganz individuell und bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgen und unterstützen kann. Dadurch ist eine individuelle Versorgung sogar besser möglich als mit einem Fertigfutter. Denn nicht immer passt der einzelne Hund ins durchschnittliche Schema eines kommerziell konzipierten Futters. Und auch die Prozentsysteme zur Futtermengen-Ermittlung (z.B. beim BARFen) werden den Nährstoffbedürfnissen in der Regel nicht gerecht. Denn: ein kleiner Hund ist kein halber großer Hund. Nicht nur die sensiblen Wachstumsphasen unterscheiden sich zwischen Hunden kleiner und großer Rassen, sondern auch die Ansprüche an einzelnen Nährstoffen für den Baustoffwechsel und den Energiestoffwechsel.

Ein Beispiel: je größer die Rasse, desto niedriger ist der Energiebedarf. Das klingt zuerst paradox, begründet sich aber beispielsweise durch das niedrigere Aktivitätslevel großer Hunde und dadurch, dass ihre Körperoberfläche im Verhältnis zur Masse geringer ist als bei einem kleinen Hund. Ein Chihuahua muss also mehr Energie aufbringen, um seine Körpertemperatur zu halten als ein Berner Sennenhund. Aber nur, weil der Energiebedarf niedriger ist, benötigen Hunde großer Rassen nicht weniger Nährstoffe für ihren Baustoffwechsel -  also die Nährstoffe für das Nervensystem, das Skelett und die Muskeln. Gerade im Wachstum muss daher bei diesen Hunden die Balance gefunden werden zwischen moderater Energiezufuhr einerseits und bedarfsorientierter Nährstoffzufuhr andererseits.

Der Bedarf an einzelnen Nährstoffen unterscheidet sich zwischen den einzelnen Rassetypen um das 3- bis 5-fache. Das ist einer der Gründe, warum sogenannte „Barf-Menüs“ oder "Pi-mal-Daumen"-Fütterung nicht empfehlenswert sind und es schneller zu Fehlversorgungen kommen kann. Gesunde Skepsis ist immer dann angebracht, wenn ein Futtermittel oder eine Nährstoffergänzung damit wirbt, den Hund „mit allem was er braucht“ zu versorgen. Das ist schlichtweg nicht möglich.

Welche Ernährung passt zu meinem Hund?

Eine individuelle Ernährungsberatung mit Rationsüberprüfung ist also insbesondere in der Phase des Wachstums besonders sinnvoll, um zu prüfen:

Hundeernährung: Fehlversorgungen und Spätfolgen.

Viele Tierärzte stehen dem Zubereiten eigener Futterrationen (BARF, PREY) skeptisch gegenüber - und das ist durchaus nachvollziehbar. Denn ein Großteil der überprüften Rationen weist Fehlversorgungen auf.  Dieser Eindruck hat sich auch in meiner Praxis im Rahmen der Erstberatungsgespräche bestätigt. Weder Welpen, noch Junghunde oder erwachsene Hunde können mit einem „BARF Komplettmenü“ bedarfsorientiert und individuell versorgt werden. Fehlinformationen, die im Internet kursieren, machen es selbst Hundebesitzern, die umfassend recherchieren, oft schwer, eine bedarfsorientierte Ration zu erstellen. Fehlversorgungen können sich langfristig negativ auf die Gesundheit und auch auf das Verhalten auswirken. Wichtig: physiologische Funktionsstörungen einer Über- oder Unterversorgung zeigen sich in der Regel erst nach vier bis fünf Jahren. Krankheiten fallen nicht vom Himmel - es gibt immer eine Ursache. Hierzu gehören körperliche (Fehlernährung, Fehlbewegung) ebenso wie soziale Ursachen (Dauerstress, Unter- oder Überforderung primärer Instinkte). 

Natürlich ist es mit etwas Aufwand verbunden, das Futter für den Hund selbst zuzubereiten. Aber mit ein wenig Routine und Vorbereitung kann die Zubereitung  deutlich vereinfacht werden. Daher gehören Tipps zu Bevorratung und Zubereitung zu meiner Ernährungsberatung selbstverständlich dazu.

Ernährung: gesund ohne Dogmen!

Ob nun BARF, PREY, selbstgekocht oder doch Fertigfutter: Priorität sollte sein, eine Fütterungsform zu finden, die für den individuellen Hund und seinen Halter auch tatsächlich gut geeignet ist. Daher ist es mir besonders wichtig, in einem Erstgespräch neben den individuellen Nährstoffansprüchen des Hundes auch die Wünsche und Möglichkeiten des Halters zu erfahren.

So erhält jeder Welpen- und Junghundehalter zu einem Rationsplan, einer Wachstumskurve und regelmäßigen Anpassungen in den verschiedenen Wachstumsphasen auch jederzeit Rat bei allen Fragen rund um die Ernährung und Gesundheit. Dazu arbeite ich mit einem jahrelang gewachsenen Netzwerk ausgewiesener Spezialisten zusammen, hierzu zählen Fachtierärzte, Labore, Tierheilpraktiker und Hundeerziehungsberater.

Für Fragen stehe ich euch selbstverständlich zur Verfügung. Bleibt gesund, Eure Caroline