Endlich ist der Sommer da! – Hundetipps für heiße Tage

Ausflüge an den See, gemeinsames Picknicken im Park, in der Eisdiele entspannen oder dem Hund das Seepferdchen beibringen. Im Sommer können wir die Freizeit mit unserem Hund in vollen Zügen genießen. Doch manchmal ist es schon anstrengend genug, im Schatten zu sitzen. Warum ist das so?

Es könnte an den Begleiterscheinungen hoher Temperaturen liegen, die unsere körperliche Leistungsfähigkeit wie auch unsere Gedächtnisleistung stark dimmen.

Die Nase als Klimaanlage


Ob Sommer oder Winter: die Kerntemperatur des Körpers bleibt gleich, auch wenn sich die Umgebungstemperatur ändert. Der Grund dafür sind komplexe biochemische Prozesse, die bei idealer Normtemperatur (Mensch 37°C , Hund 38°C) am effizientesten ablaufen. Ist die Körpertemperatur zu niedrig, kommt der Stoffwechsel zum Erliegen. Ist die Temperatur zu hoch, verlieren die Proteine ihre Funktion. Man kann sich das vorstellen wie bei einem Ei, das in die Pfanne geschlagen wird: Das Eiweiß stockt.

Sowohl Mensch als auch Hund verfügen über ausgeklügelte Systeme, um bei Hitze die Körpertemperatur zu regulieren. Was bei uns die Haut leistet, leistet beim Hund die Nase: durch Verdunstung steuert sie die Thermoregulation. Nur der vordere Teil der Nase wird zum Riechen gebraucht, mehr als die Hälfte der Nase wird zur Temperaturregulation genutzt. Steigt die Körpertemperatur, beispielsweise durch Sommerhitze, körperliche Anstrengung oder mentale Erregung, wird durch das Hecheln die riesige, dicht gefaltete Oberfläche in der Nase belüftet und Wasser über die Schleimhäute verdunstet. Unterschiede in der Schädelform haben entsprechende Auswirkung auf die „Belüftungskapazität“.

Überhitzung führt zum Kreislaufkollaps

Eines der Systeme, das bei Mensch und Hund gleichermaßen vorkommt, ist die Durchblutungsänderung der Haut. In unserem Gehirn haben wir einen Temperaturregler eingebaut. Wenn dieser die Information erhält, dass der Grenzwert überschritten ist, kommt es letztlich zu einer Reaktion des Kreislaufs. Das Blut wird aus dem Körperinneren abgezogen und zirkuliert näher an der Oberfläche. Die Blutgefäße weiten sich. Der Blutdruck sinkt, weil die gleiche Menge Blut in den erweiterten Gefäßen nun mehr Platz hat. Werden die Gefäße so stark erweitert und der Blutdruck so stark verringert, dass das Herz nicht mehr genug Blut bekommt, um es weiter zu pumpen, wird das Gehirn nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Es kommt zum Kreislaufkollaps. Er kündigt sich durch Konzentrationsprobleme und Reaktionsschwächen an, der Herzschlag beschleunigt sich, der Kreislauf versagt, und Bewusstlosigkeit tritt ein.

Nicht nur, aber insbesondere junge, alte und immunschwache Menschen wie Hunde sind davon betroffen.

Denksport lieber an kühlen Tagen

Wir wissen, dass Menschen in einer heißen Umgebung langsamer und weniger komplex denken können. Schon ab 27°C Umgebungstemperatur sinken unsere kognitiven Fähigkeiten. Wir sind leichter reizbar und weniger stresstolerant. Die Hitze sorgt also quasi für einen vorübergehenden Intelligenzverlust. Insbesondere die Aufgaben, die wir mit Konzentration erledigen müssen, leiden, da wir unaufmerksamer sind. Das Gleiche gilt für unsere Vierbeiner: Komplexe Denksportaufgaben für den Hund dürfen also gerne auf die Regentage verschoben werden. 

Gemeinsam im Schatten entspannen, ein kleiner Waldspaziergang oder etwas Wasserspaß in einem Bachlauf - so lässt sich der Sommer mit Hund auch wunderbar genießen.

Leichte Kost an heißen Tagen

Auch mit der richtigen Ernährung können wir das Wohlbefinden unserer Hunde während des Sommers positiv beeinflussen. Gemüse und Früchte wie Gurke, Wassermelone und Ananas haben nicht nur einen hohen Wasseranteil, sondern sind auch leicht verdaulich. Der Körper hat ohnehin genug mit Selbstkühlung zu tun - gönnt euren Hunden deshalb leicht verdauliche Kost wie Hühnchen, Pute, Lachs oder Kaninchen statt schwer verdaulichen Knochen und Pansen.  

Außerdem: Wasser, Wasser, Wasser! Denn Wasser ist der wichtigste Faktor für Mensch und Hund, um die körpereigene Klimaanlage am Laufen zu halten. Der Wasserbedarf liegt bei roh- oder nassgefütterten Hunden bei 10-20ml/kg täglich, bei sommerlicher Hitze bei 20-50ml/kg täglich. Bei Trockenfutter bei 40-50ml/kg bzw. 60-80ml/kg täglich. Für die Akzeptanz kann das Wasser sehr gut mit ein paar Stückchen Wassermelone, ein paar Nüssen oder einem kleinen Löffel Joghurt angereichert werden. So kommen auch notorische Wenigtrinker auf den Geschmack. Beispiel: „Bei einem 20 Kilo schweren Hund, sind das bei Nassfutter idealerweise 500 ml Flüssigkeit.“

Wofür ist eine ausreichende Wasseraufnahme außerdem wichtig?

  • Gelenke und Bewegungsapparat: Knorpel bestehen zu fast 85% aus Wasser. Damit sie ihre Stoßdämpferfunktion ausüben können und die „Gelenkschmiere“ in den Spalten der Gelenke ihre Funktion erfüllt, brauchen wir ausreichend Wasser.

  • Zellen: Wasser transportiert Sauerstoff in die Zellen. Im menschlichen Körper sind ca. 13 Milliarden Zellen in Wasser gebettet. Bei Austrocknung verschrumpeln die Zellen sozusagen und die gesamte Zellaktivität wird erheblich reduziert. Dies betrifft sowohl Haut-, Magen-, Leber-, Nieren- als auch Herz- oder Gehirnzellen.

  • Blut: Ist die Fließfähigkeit des Blutes eingeschränkt, werden weniger Nährstoffe transportiert. Blutgerinnsel können sich bilden, die Blutgefäße verengen sich, der Blutdruckt steigt und kann das Herz belasten.

  • Lunge: Durch eine ausreichende Wasserzufuhr können die roten Blutkörperchen mehr Sauerstoff speichern.

  • Leber und Niere: Wasser unterstützt unsere wichtigen Ausscheidungsorgane beim Ausschwemmen von körpereigenen und körperfremden Abbauprodukten.

  • Augen: sie bestehen zu 99% aus Wasser.  

  • Stoffwechsel: denn Wasser ist unser wichtigstes Lösungs- und Transportmittel für die Nährstoffe.

  • Gehirn: Es benötigt mehr Wasser als jeder andere Bereich unseres Körpers. Ein Wassermangel im Gehirn zeigt sich durch Schwindel, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Nervosität und Aufmerksamkeitsprobleme. Die gesamte physische und psychische Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt.

  • Nase: Trocknen die Schleimhäute aus, verringert sich die Riechleistung.

Fazit: Eine ausreichende Aufnahme von Wasser ist für alle Bereiche des Körpers von großer Wichtigkeit und Voraussetzung dafür, dass körpereigenen Funktionen aufrechterhalten werden können. Aber auch hier gilt: Viel hilft nicht viel! Denn wir können nicht auf Vorrat trinken. ☺️

„Sommer-Checkliste“:

☀️ Ruhige Beschäftigung (lieber chillen als Hirnzellen grillen) 

☀️ Ausreichend Wasser (für Wenigtrinker angereichert mit Obst, Nüssen o.ä.)

☀️ Leichtverdauliche Kost (Hühnchen, Pute, Lachs, Wassermelone und Co.)

Eine entspannte Sommerzeit wünscht Euch, Caroline